Jump to 0 top | 1 navigation | 2 content | 3 extra information (sidebar) | 4 footer | 5 toolbar


Content



Parade der Erfolgsfaktoren

Aus gegebenem Anlass (Workshops zur Erfolgsfaktoren auf der #pwm2011) das folgende Zitat:

Die gesellschaftlichen Transformationswirkung des (vernetzten) Computers vergleicht Baecker mit der Entwicklung der Schrift und der des Buchdrucks. Ein umfassendes Verständnis für die transformativen Technologien habe sich erst "Jahrhunderte später" eingestellt (Baecker 2007: 14). Die Situation ist also wesentlich offener, als dies in einigen Darstellungen suggeriert wird, in denen bereits "Erfolgsfaktoren" für eine erfolgreiche Einführung proklamiert werden (vgl. Schulzki-Haddouti 2009). Hierbei findet sich ein Kontinuum von werblich orientierten Darstellungen, die letztlich der Vermarktung von Beratungskompetenz dienen sollen bis hin zu wissenschaftlich orientierten Betrachtungsweisen. Die Anzahl der Faktoren reicht dabei von kognitiv günstigen sieben (Gartner 2008) bis hin zu schwer überschaubaren 43 Konstrukten auf unterschiedlichen logischen Ebenen (Reisberger & Smolnik 2008).

Einige Arbeiten zielen letztlich auf die Messung des Nutzens. Sie könnten deshalb, mit entsprechenden Instrumenten, zu quantitativ orientierten Beantwortung der "Faktorensuche" verwendet werden. Reisberger und Smolnik (2008) setzen auf die Tradition eines Modells von DeLone and McLean (2003), andere auf die Linie der Technology Acceptance Models (Dapper 2007, Dingel & Spiekermann 2009). Eine Verbindung dieser Modelle wird erst in jüngster Vergangenheit gefordert (Youngberg et al. 2009: 144) oder empirisch untersucht (Thomas 2008). Die wechselseitige Verortung (mapping) des in 5.2 gewählten Vorgehens in diesen Modellen geht über die vorliegenden Fragestellungen hinaus, könnte aber die Arbeit um Aspekte erweiteren, die sich speziell auf die Quantifizierung konzentrieren. Der Preis für diese Quantifizierbarkeit ist allerdings die Spezifikation der zu messenden Variablen vor der Messung. So steht das von Reisberger und Smolnik konstruierte Modell unter dem Primat eines vorher zu spezifizierenden (Netto-)Nutzens, der die wichtigsten Erfolgsfaktoren (sic!) repräsentiere (Reisberger & Smolnik 2008: 569). Hier wird deutlich, wie sehr die angesprochenen Ansätze auf wohldefinierte, abgeschlossene Konstruktsysteme angewiesen sind.

Ehms 2010 (146/147f; 7.2.2 Erfolgsfaktoren der Einführung - eine Kritik, meine Hervorhebung)

1 comment

1. Alexander Stocker (anonymous), Mar 8, 2011 1:55:59 PM #

Danke für Deinen Input und die darin beschriebenen Modelle. Aus meiner Sicht ist das Thema Erfolgsmessung bei Social Media noch längst nicht "ausgeforscht" ;-) LG aus Graz, Alex

You may comment on this posting!


TrackbackEntries (there are some problems with trackback right now):